Literaturpolitik im NS-Staat
08.05.2025
20:00 - 22:00 Uhr

Literaturpolitik im NS-Staat

Vortrag von Dr. Jan-Pieter Barbian

zur bundesweiten Woche der Meinungsfreiheit

Die Bücherverbrennungen, die am 10. Mai 1933 in nahezu allen deutschen Hochschulstädten stattfanden, waren ein medienwirksam inszeniertes Ereignis. Bis heute verstellt dieses Symbol der Kulturbarbarei des NS-Staates allerdings den Blick auf die Entscheidungsabläufe, die zur Etablierung einer nationalsozialistischen Literaturpolitik führten. Denn die Beseitigung eines bedeutenden Teils der Literatur der Weimarer Republik und ihrer Protagonisten war nur das öffentliche Vorspiel zu einem komplizierten Prozess, in dem staatliche Behörden und Parteidienststellen politischen Einfluss auf die Produktion und Verbreitung von Literatur nahmen.

Der Vortrag gibt einen Überblick über den Prozess der „Gleichschaltung“ der Meinungs- und Publikationsmöglichkeiten sowie über die Institutionen, Akteure und Betätigungsfelder, die für die nationalsozialistische Buchpolitik entscheidend waren. Die auf einer umfangreichen Auswertung von Überlieferungen in staatlichen Archiven beruhende Darstellung wird kontrastiert mit einer Analyse der unterschiedlichen Verhaltensweisen von Schriftstellern, der Entwicklung von Verlagen und ihrer Produktion, des Buchmarktes und des Leseverhaltens, wie sie sich in Tagebüchern, Erinnerungen, Briefen, statistischen Erhebungen und Darstellungen zur Buchhandelsgeschichte widerspiegelt.

*Mitglieder des Vereins für Literatur haben freien Eintritt, eine telefonische Anmeldung ist erforderlich.

Eintrittspreise


AK 6 €/ VVK 5 €

Bildnachweis

Dr. Jan-Pieter Barbian © krischerfotografie

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